Änderungen am Online-Casino-Gesetz NRW: Landtag erhält neuen Entwurf zur Regulierung

Petra Carter · Jul 23, 2026

Änderungen am Online-Casino-Gesetz NRW: Landtag erhält neuen Entwurf zur Regulierung

Entwurf zur Änderung des NRW Online Casino Gambling Act im Landtag vorgestellt

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat dem Landtag einen Entwurf zur Novellierung des Online-Casino-Gesetzes (OCG NRW) vorgelegt, das seit 2022 in Kraft steht; dabei stehen Erweiterungen der Aufsichtsbefugnisse bei der Zuverlässigkeitsprüfung von Personal, die Ermächtigung von Dienstleistern für Live-Übertragungen aus stationären Spielbanken sowie die Klarstellung von Pflichten im Vordergrund, die weiterhin bei den Lizenzinhabern verbleiben.

Der Vorstoß unterstützt das Lizenzmodell des Glücksspielstaatsvertrags 2021 und zielt darauf ab, praktische wirtschaftliche Hürden beim Angebot von Online-Casinospielen zu überwinden, während Verbraucherschutz und Kanalisierungsziele erhalten bleiben; im Juli 2026 stehen weitere Beratungen im Ausschuss an, die den Zeitplan für die Verabschiedung konkretisieren sollen.

Hintergründe zum bestehenden Regelwerk

Das OCG NRW trat 2022 in Kraft und schuf die landesrechtliche Grundlage für die Vergabe von Lizenzen an Anbieter von Online-Casinospielen, wobei die Vorgaben des GlüStV 2021 umgesetzt wurden; Beobachter der Branche verweisen darauf, dass seitdem mehrere Lizenznehmer den Marktzugang erhalten haben, doch praktische Umsetzungsfragen bei der technischen Abwicklung von Live-Dealer-Spielen auftraten.

Die Landesregierung begründet den Änderungsbedarf mit der Notwendigkeit, Dienstleister für die Produktion und Übertragung von Spielen aus stationären Casinos einzubinden, ohne die Verantwortung der Lizenzinhaber aufzuheben; dabei geht es um die Nutzung gemeinsamer Räumlichkeiten und die Sicherstellung, dass die Aufsicht über die eingesetzten Personen weiterhin bei der zuständigen Behörde liegt.

Kernpunkte des Gesetzentwurfs

Der Entwurf sieht vor, die regulatorischen Kompetenzen bei der Prüfung der Zuverlässigkeit von Mitarbeitern auszubauen, sodass künftig auch Personal von Dienstleistern in die Prüfung einbezogen werden kann; gleichzeitig wird die Beauftragung externer Anbieter für Live-Streams aus landbasierten Spielbanken ausdrücklich erlaubt, sofern die technischen und organisatorischen Vorgaben erfüllt sind.

Verpflichtungen wie die Einhaltung von Jugendschutzmaßnahmen, die Sicherstellung fairer Spielabläufe sowie die Meldung von Verdachtsfällen bleiben ausschließlich bei den Lizenzinhabern; der Text des Entwurfs stellt klar, dass eine Delegation dieser Kernpflichten nicht zulässig ist.

Live-Übertragungen aus stationären Casinos und regulatorische Anpassungen

Auswirkungen auf Lizenznehmer und Dienstleister

Lizenzinhaber erhalten durch die geplanten Regelungen mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Angebote, da sie nun auf etablierte Infrastruktur von Spielbanken zurückgreifen können; zugleich müssen sie weiterhin die volle Verantwortung für die Einhaltung aller Auflagen tragen und entsprechende Verträge mit Dienstleistern abschließen, die den aufsichtsrechtlichen Anforderungen genügen.

Branchenvertreter weisen darauf hin, dass die Klarstellung der Zuständigkeiten die Planungssicherheit erhöht und Investitionen in Live-Produktionen erleichtert; gleichzeitig bleibt die Aufsichtsbehörde befugt, bei Verstößen direkt gegen die Lizenzinhaber vorzugehen und gegebenenfalls Auflagen zu verschärfen.

Einbettung in den Glücksspielstaatsvertrag 2021

Die Novelle steht im Einklang mit den Zielen des GlüStV 2021, der eine einheitliche Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland vorsieht; Nordrhein-Westfalen als größtes Bundesland trägt damit zur praktischen Umsetzung bei und adressiert spezifische Herausforderungen, die sich bei der Integration von Live-Dealer-Angeboten ergeben haben.

Die geplanten Änderungen betreffen ausschließlich den Bereich der Online-Casinos und berühren nicht die Regelungen für Sportwetten oder andere Glücksspielformen; Experten der Landesverwaltung betonen, dass die Verbraucherschutzstandards des Staatsvertrags unverändert bleiben und durch die neuen Kontrollmöglichkeiten bei Personal sogar gestärkt werden können.

Zeitlicher Ausblick und weitere Verfahren

Nach Einbringung des Entwurfs im Juli 2026 wird der federführende Ausschuss des Landtags die Beratungen aufnehmen; dabei sind Anhörungen von Verbänden und Aufsichtsbehörden vorgesehen, bevor eine abschließende Abstimmung im Plenum erfolgt.

Die Landesregierung erwartet, dass die Novelle noch im selben Jahr verabschiedet werden kann, sodass die erweiterten Möglichkeiten für Live-Übertragungen zeitnah umgesetzt werden können; bis dahin gelten die bisherigen Vorgaben des OCG NRW unverändert fort.

Schlussfolgerung

Der vorliegende Entwurf zur Änderung des Online-Casino-Gesetzes in Nordrhein-Westfalen konkretisiert die regulatorischen Rahmenbedingungen für Live-Dealer-Angebote und stärkt gleichzeitig die Aufsicht über beteiligtes Personal; Lizenzinhaber behalten ihre zentrale Verantwortung, während Dienstleister unter klar definierten Voraussetzungen einbezogen werden können. Die weitere parlamentarische Behandlung im Juli 2026 wird zeigen, ob und in welcher Form die geplanten Erleichterungen in Kraft treten.